HIPHOP / FILM / THEATER
Ein internationales Treffen junger Künstler zum Umgang mit deutscher Geschichte und ihren Folgen

fand statt in Hamburg, 8. bis 12. Juni 2005

Informationsblatt als pdf zum Download

 
   

In Hamburg trafen junge HipHop-Musiker, RapTheater-Performer und Filmemacher aus den USA, Israel und Hamburg zusammen, um ihre Produktionen zu präsentieren, mit Hamburger Jugendlichen zu arbeiten und sich über ihren Umgang mit ihren historischen und kulturellen Wurzeln auseinanderzusetzen. In ihrer Auseinandersetzung mit den Folgen von Geschichte spannen sie einen Bogen bis in die Gegenwart: Zu ihrer persönlichen Lebenssituation und zu ihrer Sicht auf die Welt, in der sie leben.

Der Pressespiegel zum Downlaod (pdf)

1. Teil (2,7 MB)

2. Teil (1,7 MB)


Das Programm

„REAL TIME MUSIC ­ International HipHop“ (USA / Israel / Hamburg) Real Time versammelt viermal internationalen HipHop zum gemeinsamen Konzert: Felonious aus San Francisco, die beiden furiosen female MCs von Arapiat (arabischer HipHop, Israel) sowie die Sängerin Athena mit ihrer kleinen Schwester Baby S. (hebräischer HipHop, Israel). Aus Hamburg kommen die allseits bekannten nordischen Freestyle-Größen und Human Beatboxes Mad Maxamom, Mark Boombastik und DJ Stoecker Stereo (Ex-Trainingslager/HH) und bringen die FABRIK zum Kochen. Freitag, 10.06.2005, ab 20 Uhr, FABRIK, Hamburg


„Stateless“

Rap-Theater mit Dan Wolf und Tommy Shepherd (USA)
Dan Wolf, Urenkel der Hamburger Volkssänger „Gebrüder Wolf“, begann 2003 in Hamburg mit der Recherche für sein Theaterstück „Stateless“. Dieses Stück ist nun, 2005, fertig gestellt und feiert bei Real Time seine Europapremiere.
„Stateless“ hat die Suche zweier US-amerikanischer HipHop-Musiker, eines Juden und eines Afroamerikaners, nach ihren „roots“, ihren familiären und künstlerischen Wurzeln zum Thema. "Stateless" erzählt die Geschichte der Urenkel von Emigranten die ihre Kunstform benutzen, um ihre verlorene Identität wieder zu finden. In einer Kombination aus Soloperformance, Varieté, jüdischen, afrikanischen und deutschen Musiktraditionen sowie aktuellem HipHop erzählt das Stück von Rassismus, Antisemitismus, Verfolgung und Assimilation der jüdischen und afrikanischen Kultur bis zur Wiederentdeckung eines künstlerischen Vermächtnisses in der Gegenwart.
Samstag, 11.06.2005, 20 Uhr, monsun theater
Sonntag, 12.06.2005, 22 Uhr, monsun theater


„Bright River“ – Ein HipHop-Märchen von und mit Tim Barsky (USA)
Beatbox auf einer Querflöte? HipHop und Geschichten à la Dantes Inferno? Bei Tim Barsky ist alles möglich. Der junge Amerikaner bewegt sich mit großer Leichtigkeit zwischen allen Genres. „Bright River“ greift ins Herz der Zeit. Es erzählt von einem Jungen aus South Berkeley, der im Irakkrieg stirbt; vom korrupten Regime, das ihn dort hinführte; von seiner Freundin, die ihn verzweifelt sucht und schließlich vom Fixer Quick, der wiederum beide sucht und auf einen Mann trifft, der sich an seinen eigenen Tod nicht erinnern kann...
Bright River wurde 2004 in San Francisco uraufgeführt. Für das Hamburger Gastspiel wird Tim Barsky von den Felonious-Musikern Tommy Shepherd und Carlos Aguirre unterstützt.
Samstag, 11.06.2005, 22 Uhr, monsun theater

"Lounge Poetry 3" / Lounge Poetry (Jerusalem/Berlin)
Die Gruppe Lounge Poetry verbindet in ihren Performances elektronische Musik, Poetry und Videokunst. Ausgehend von der Gedichtesammlung "Inhaling Burnt Paper" des israelischen Künstlers Emmanuel Witzthum, arbeitet die junge Gruppe in „Lounge Poetry 3“ mit Improvisationen, Live-Musik und VJ-ing zu Sprache, Sprachlosigkeit und Sprachverlust in ihren verschiedenen Bedeutungen. Eingeleitet wird die Performance vom Monolog Shmaa ("Höre" auf Hebräisch), in dem ein Soldat aus seinem Grab zu seinem Vater spricht.
Sonntag, 12.06.2005, 20 Uhr, monsun theater, Altona.

BRANDSÄTZE
...man wird noch von uns hören!
Eine Eigenproduktion des Theaterkurses der Gesamtschule Steilshoop / Regie: Eva Studer-Martin
Es spielen 30 Steilshooper Schüler, Ausgangsmaterial waren die Filme „Die Welle“, „Der Hass“ und „Sister Act II“. Die Geschichte spielt in einer Londoner Schule, die bei Auseinandersetzungen mit der Polizei demoliert wurde. Weil ihr Freund Abdul dabei schwer verletzt wurde, erscheinen die Freunde Said (Marokkaner), Vince (Israeli) und Attila (Afghane) gar nicht mehr zum Unterricht. Vince droht, sich an einem Polizisten zu rächen, sollte Abdul sterben.
Die verbliebenen Schüler beschäftigen sich mit dem Dritten Reich. Sie finden es schwer nachvollziehbar, dass ein ganzes Volk die Verbrechen mitmachte. Ihre Lehrerin führt ein Experiment mit der Klasse durch, mit dem sie den Schülern die Mechanismen einer totalitären Gemeinschaft nachvollziehbar machen will...
Donnerstag, 9. Juni 2005, 19 Uhr, Eintritt: 2,- Euro
Gesamtschule Steilshoop, Aula, Gropiusring 43, 22309 Hamburg

Workshops mit Felonious: Beatbox / HipHop-Tanz / Sprühen
08.06.2005 / 16 bis 20 Uhr / MOTTE
• HipHop-Tanz mit Keith Pinto
• Sprühen mit Dylan Mills
• Beatbox mit Carlos Aquirre.
Teilnehmen können jeweils 15 Personen, Teilnahmebeitrag: 5 EUR
Anmeldungen: info@dieMOTTE.de, Tel 040.3992 62 -0

Filmprogramm
Die Hamburger Kinos 3001 und Abaton planen ein begleitendes Filmprogramm zu Real Time, das aktuell unter www.abaton.de und www.3001-kino.de einzusehen sein wird.

Symposien
In drei Symposien mit den Schwerpunkten Film, Schule und HipHop setzen sich Künstler und Fachleute zum Thema „Mit der Vergangenheit in die Zukunft“ auseinander. Tagungssprache ist Deutsch, eine englische Übersetzung wird bei Bedarf zu Verfügung stehen. Der Teilnahmebeitrag für die Symposien beträgt jeweils 30,- Euro, ermäßigt 15,- Euro. Im Teilnahmebeitrag sind die Eintrittsgelder für die Theaterstücke nicht enthalten. Anmeldung und Information bitte bei Kunstwerk e.V. (Kontakt s. Impressum).

Symposium 1: Erinnerung in der Schule – Bestandsaufnahme und Perspektivplanung

Samstag, 11.06.2005 / 10 bis 18 Uhr/ Rathaus Altona
Wie kann bei Schülern Interesse für die deutsche Geschichte und ihre Folgen geweckt werden? Welche Erfahrungen gibt es in Israel und Deutschland? Wie können neue Wege in der Arbeit mit Erinnerung gefunden werden? Woher kommen die Impulse?
Beispielhaft werden als Gesprächsgrundlage vorgestellt: „Brandsätze“, ein Theaterstück der Gesamtschule Hamburg-Steilshoop und „Return of the Tüdelband“ ein mutimediales Erinnerungsprojekt, an dem bereits mehrere Schulen in Hamburg mitgearbeitet haben.
Moderation: Matthias Schmoock, Hamburger Abendblatt
• Rosi ben Yakov, Leo Baeck Schule, Haifa
• Yariv Lapid, International School for Holocaust Studies, Yad Vashem, Jerusalem (angefragt)
• Matthias Heyl, Pädagogischer Leiter Gedenkstätte Ravensbrück
• Ruben Herzberg, Direktor des Gymnasiums Klosterschule, Hamburg
• Eva Studer-Martin, Gesamtschule Steilshoop, Hamburg
• Jens Huckeriede, Filmemacher, Hamburg

Symposium 2: „ Auf der Suche nach Identität – Filmisches Arbeiten und Erinnerung “
Samstag, 11.06.2005 / 10 bis 18 Uhr/ Rathaus Altona
Für Dokumentarfilmer bedeutete die Arbeit zum Thema NS-Vergangenheit bislang vor allem, sich mit Zeitzeugen zu beschäftigen und die Inhalte über ihre Erinnerungen zu transportieren. Der Rückgriff auf Erinnerung und biographisches Material ist in der Arbeit von und mit Vertretern der sog. dritten Generation gar nicht oder nur bedingt möglich – wie also kann man als Dokumentarfilmer heute und in Zukunft zum Thema arbeiten? Welche Beispiele gibt es, die zukunftsweisend und dem Thema angemessen sind? Die Diskussion wird anhand von Filmbeispielen eingeleitet (u.a. Cinematheque Jerusalem).
Moderation: Marieanne Bergmann, FilmFörderung Hamburg
Ronni Loewy, Filmmuseum Frankfurt
Detlef Gericke Schönhagen, Film Referent, Goethe Institut München
Gilli Mendel, Cinematheque Jerusalem
Andres Veiel, Filmemacher (u.a. „Balagan“, „Blackbox BRD“), angefragt
Dana Levnat und Hans Stützer, (Projekt „Gesten der Versöhnung“), Jerusalem und Hamburg
Hillel Tryster, ehemaliger Leiter des Spielberg-Filmarchivs in Jerusalem
Gerd Roscher, Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
Jens Huckeriede, Filmemacher


Symposium 3: „Living Real Time – Tel Aviv, Ramallah, Hamburg, Chicago, San Francisco“

Sonntag, 12.06.2005 / 10 bis 18 Uhr / Rathaus Altona
Abseits der kommerziellen MTV-VIVA-Variante von HipHop existiert diese Kunst- und Lebensform als Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Situation und Befindlichkeit in der jeweiligen Gesellschaft und Kultur. Das Symposium diskutiert die Bedeutung von HipHop für die so genannte „Dritte Generation“ und für ihre Definition der eigenen Identität und Lebenssituation.
Moderation: Markus Hablitzel, Spex, Köln
Miriam Holzapfel, Hamburger Institut für Sozialforschung
Dr. Jannis Androutsopoulos, Universität Hannover
Ale Dumbsky, Buback Label, Hamburg
Markus Staiger, Royal Bunker Label, Berlin
Dan Wolf und Tommy Shepherd, San Francisco
Emmanuel Witzthum, Jerusalem
Charlie Shaabi, Akko, Israel

www.gebruederwolf.de

Real Time ist eine Veranstaltung von KUNSTWERK e.V. und Jens Huckeriede.
In Zusammenarbeit mit: 3001 • Abaton Kino • FABRIK • MOTTE-Stadtteil&Kulturzentrum• GanztagsGymnasium Klosterschule • monsun theater • Nicolai Kirche e.V., Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung von
entimon – gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus (BMFSFJ) • Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg • Landeszentrale für politische Bildung Hamburg• Stadtteilkulturmittel Bezirksamt Altona• SterniPark e.V.

Lounge Poetry3

Lounge Poetry3: 12.06.05 20 Uhr

Monsun Theater

Lounge Poetry3

Stateless

Tim Barsky

Tim Barsky