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Die arbeitslose Elisabeth kann den für ihren Unterhalt benötigten
Wandergewerbeschein nicht bezahlen. Mit ihren verzweifelten Bemühungen,
sich das Geld zu beschaffen, gerät sie in einen verhängnisvollen
Strudel von Lügen, Gefängnisstrafe und persönlichen Enttäuschungen,
an dessen Ende die für sie einzige Konsequenz steht: Jeglicher Zukunftsperspektive
beraubt, nimmt sie sich das Leben.
Horvath beleuchtet in seinem 1936 uraufgeführten Text ein modernes
Thema: Den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Armut, die nicht enden
wollende Spirale vom kleinen ersten Schritt in die Kriminalität und
dem zweiten noch kleineren in den sozialen Abgrund. Auf aberwitzige Art
und Weise sieht man das finale Scheitern eines Menschen an bürokratischen
Hindernissen und der Kälte und Gleichgültigkeit seiner Mitmenschen.
"Glaube Liebe Hoffnung" geht damit weit über eine bloße
Systemkritik hinaus – es ist ein nachdrücklicher Appell an
die Verantwortung und die Menschlichkeit jedes Einzelnen. Sieht man die
Protagonistin des Stücks als zeitlosen Prototyp des Arbeitslosen,
so zeigt sich einmal mehr, dass es den Menschen besser ginge, wenn sie
in Phasen der Arbeitslosigkeit auf die moralische Unterstützung der
Gemeinschaft bauen könnten, anstatt das Stigma der Ausgrenzung zu
erfahren.
Durch die Wahl der "Hamburger Botschaft" als Veranstaltungsort
begibt sich die
Regisseurin in einen Stadtteil, in dem das Thema des Stücks überall
präsent zu sein scheint. Ist das Stück auch 70 Jahre alt, so
kann man dem Text hier in Auszügen an jeder Ecke begegnen. Vielleicht
hat man ihn selbst schon beim nachbarschaftlichen Plausch zitiert?
Die Premiere von "Glaube Liebe Hoffnung" ist am 6. April um
20 Uhr in der "Hamburger Botschaft". Weitere sieben Vorstellungen
finden bis Ende April statt. Karten zum Preis von € 8,-/10,- sind
ab 15. März erhältlich unter www.glaube-liebe-hoffnung.net.
Unter der Regie von Saskia Junggeburth spielen: Julia Heinemann, Barbara
Krabbe, Jörg Oswald, Oliver Törner, Marion G. Schmitz, Wolfgang
Wobeto und Michael Zimmermann.
Der Ofen ist aus
Ein Dokumentarfilm-Programm über das Verschwinden der Arbeit
B-Movie, 1. & 2. April 2006
Die Arbeit geht – und es wird immer schwieriger, mit ihrem mal rasanten,
mal schleichenden Verschwinden Schritt zu halten. Immer wieder gab und
gibt es Versuche, sie festzuhalten – wie in jüngerer Zeit bei
Opel in Bochum oder zuletzt bei AEG in Nürnberg –, zu meist
prallen sie jedoch ab an der Logik einer ökonomischen Vernunft. Niemals
geht die Arbeit so ganz und hinterlässt jene, denen sie einmal Unterhalt
und Sinn gab und für die sie nur noch in der Erinnerung existiert. Das
dokumentarische Filmprogramm „Der Ofen ist aus“ zeigt die
wütenden und oft verzweifelten Anstrengungen von Menschen, das Verschwinden
der Arbeit zu verhindern, und ihre nicht weniger verzweifelte Suche nach
den Orten, wo es sie noch gibt.
Programm
1. April 2006
16.00 Uhr
I focus on a project
D 2004 | R: Frank Henne | 45 Min.
17.00 Uhr
Die Bewerbung
D 1997 | R: Harun Farocki | 58 Min.
2. April 2006
15.00 Uhr
Erinnerung an Rheinhausen
D 1989 | R: Rainer Komers und Klaus Helle | 69 Min.
16.30 Uhr
Wilhelm der Schäfer
D 2004 | R: Josie Rücker | 27 Min.
17.00 Uhr
Technik des Glücks
D 2003 | R: Chris Wright & Stefan Kolbe | 68 Min.
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