"Glaube Liebe Hoffnung"

von Ödön von Horvath

Regie: Saskia Junggeburth ("Elfen im Park“)

ab 06. April 2006 in der Hamburger Botschaft

www.glaube-liebe-hoffnung.net

 
   


Die arbeitslose Elisabeth kann den für ihren Unterhalt benötigten Wandergewerbeschein nicht bezahlen. Mit ihren verzweifelten Bemühungen, sich das Geld zu beschaffen, gerät sie in einen verhängnisvollen Strudel von Lügen, Gefängnisstrafe und persönlichen Enttäuschungen, an dessen Ende die für sie einzige Konsequenz steht: Jeglicher Zukunftsperspektive beraubt, nimmt sie sich das Leben.

Horvath beleuchtet in seinem 1936 uraufgeführten Text ein modernes Thema: Den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Armut, die nicht enden wollende Spirale vom kleinen ersten Schritt in die Kriminalität und dem zweiten noch kleineren in den sozialen Abgrund. Auf aberwitzige Art und Weise sieht man das finale Scheitern eines Menschen an bürokratischen Hindernissen und der Kälte und Gleichgültigkeit seiner Mitmenschen.
"Glaube Liebe Hoffnung" geht damit weit über eine bloße Systemkritik hinaus – es ist ein nachdrücklicher Appell an die Verantwortung und die Menschlichkeit jedes Einzelnen. Sieht man die Protagonistin des Stücks als zeitlosen Prototyp des Arbeitslosen, so zeigt sich einmal mehr, dass es den Menschen besser ginge, wenn sie in Phasen der Arbeitslosigkeit auf die moralische Unterstützung der Gemeinschaft bauen könnten, anstatt das Stigma der Ausgrenzung zu erfahren.

Durch die Wahl der "Hamburger Botschaft" als Veranstaltungsort begibt sich die
Regisseurin in einen Stadtteil, in dem das Thema des Stücks überall präsent zu sein scheint. Ist das Stück auch 70 Jahre alt, so kann man dem Text hier in Auszügen an jeder Ecke begegnen. Vielleicht hat man ihn selbst schon beim nachbarschaftlichen Plausch zitiert?

Die Premiere von "Glaube Liebe Hoffnung" ist am 6. April um 20 Uhr in der "Hamburger Botschaft". Weitere sieben Vorstellungen finden bis Ende April statt. Karten zum Preis von € 8,-/10,- sind ab 15. März erhältlich unter www.glaube-liebe-hoffnung.net. Unter der Regie von Saskia Junggeburth spielen: Julia Heinemann, Barbara Krabbe, Jörg Oswald, Oliver Törner, Marion G. Schmitz, Wolfgang Wobeto und Michael Zimmermann.

Der Ofen ist aus
Ein Dokumentarfilm-Programm über das Verschwinden der Arbeit
B-Movie, 1. & 2. April 2006
 
Die Arbeit geht – und es wird immer schwieriger, mit ihrem mal rasanten, mal schleichenden Verschwinden Schritt zu halten. Immer wieder gab und gibt es Versuche, sie festzuhalten – wie in jüngerer Zeit bei Opel in Bochum oder zuletzt bei AEG in Nürnberg –, zu meist prallen sie jedoch ab an der Logik einer ökonomischen Vernunft. Niemals geht die Arbeit so ganz und hinterlässt jene, denen sie einmal Unterhalt und Sinn gab und für die sie nur noch in der Erinnerung existiert. Das dokumentarische Filmprogramm „Der Ofen ist aus“ zeigt die wütenden und oft verzweifelten Anstrengungen von Menschen, das Verschwinden der Arbeit zu verhindern, und ihre nicht weniger verzweifelte Suche nach den Orten, wo es sie noch gibt.
 
Programm 
 
1. April 2006
 
16.00 Uhr
I focus on a project
D 2004 | R: Frank Henne | 45 Min.
 
17.00 Uhr
Die Bewerbung
D 1997 | R: Harun Farocki | 58 Min.
 
 
2. April 2006
 
15.00 Uhr
Erinnerung an Rheinhausen
D 1989 | R: Rainer Komers und Klaus Helle | 69 Min.
 
16.30 Uhr
Wilhelm der Schäfer
D 2004 | R: Josie Rücker | 27 Min.
 
17.00 Uhr
Technik des Glücks
D 2003 | R: Chris Wright & Stefan Kolbe | 68 Min.