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Als James 1906 die Gruppe verlässt,
setzen Ludwig und Leopold den eingeschlagenen Weg als Duo fort. Den großen
Durchbruch, der sie unter dem Namen "Gebrüder Wolf"
berühmt macht, verdanken sie der 1911/12 entwickelten Hamburger Lokalrevue
"Rund um die Alster". Dieser Revue entstammt das Lied "Snuten
und Poten", das zum Erkennungsschlager der »waschechten Hamburger
Jungs« in Hafenarbeiterkluft wird. Als »Fietje und Thetje«
reißen sie mit ihren Auftritten und Liedern das Publikum zu Begeisterungsstürmen
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»Die
‘kleinen Leute’ sahen sich selbst dargestellt, fanden und
erkannten sich in den Wolfschen Figuren wieder bzw. konnten sich über
ihre lieben Mitmenschen, deren Unzulänglichkeiten, Fehler und Schwächen
lustig machen (...) Mit einem zugekniffenen Auge identifizierte sich auch
der solideste Bürger aus der Oberschicht – bei aller gesellschaftlichen
Distanz – mit dem Bild des munteren, verwegenen und ‘plietschen
Hamburger Jung’ und fühlte sich durch den Vortrag der Gebrüder
Wolf auf eine Art repräsentiert, die er akzeptieren konnte, ohne
sich etwas zu vergeben – auch wenn er das Milieu des Hafens und
des dort tätigen Menschenschlages vielleicht unmittelbar gar nicht
kannte. Die Lieder, die Hamburgs Ruhm und Ansehen glorifizierten, erweckten
auch in ihm das Zugehörigkeitsgefühl: ‘Wir Hamburger!’«
(Detlev Lüder in »Beiträge
zur Deutschen Volks- und Altertumskunde«, Museum für Hamburgische
Geschichte, 1973)
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Wie vor ihnen
schon der Alleinunterhalter Hein Köllisch (1857-1901) geben die Gebrüder
Wolf ihre Couplets zunächst auf losen Textblättern heraus. In
den zwanziger Jahren werden ihre Lieder von allen bekannten Schallplattenherstellern
vertrieben. Auftritte auf fast allen Hamburger Bühnen und Gastspiele
von Wien bis nach Bergen folgen. Aber nicht nur als Bühnenstars,
auch als Unternehmer und Filmschauspieler machen sie sich einen Namen.
Zu ihrem Besitz zählt das Hamburger Operettenhaus und andere Theater.
Als Schauspieler sind sie in dem 1912 produzierten Film "Glückspilze"
zu sehen.
1926
stirbt Leopold Wolf. Im Gesangsduo ersetzt ihn sein zweitältester
Sohn James. 1933 erhalten die Wolfs Berufsverbot. Im gleichen Jahr wird
das Operettenhaus von einem Mann aus der NSDAP übernommen. 1939 emigrieren
James und sein Bruder Donat Wolf nach Shanghai. Auch dort stehen sie wieder
auf der Bühne – um ihr Überleben zu sichern. 1947 dann
die nächste Flucht vor Mao nach New York, wo sie im Café Rheinland
und in der Schwabenhalle wieder zu sehen sind. James, der jüngste
des ehemaligen Wolf-Trios, wird 1942 nach Theresienstadt deportiert und
1943 im Konzentrationslager ermordet. Ludwig Wolf überlebt den Krieg
dank seiner »arischen« Ehefrau in Hamburg. Nach dem Krieg
ist er noch zeitweise künstlerisch aktiv, wenn auch nicht mehr mit
den vor dem Krieg so populären Programmen. Er stirbt am 8.März
1955.
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