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X_Labore vol. 2
be there - or..? (Arbeitstitel)
Eine medienübergreifende Raumaneignung
Kampnagel, November 2008
X_Labore
Mit X_Labore wurde im Herbst 2007 in Hamburg ein in Deutschland einzigartiges
Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Künstlerische Ansätze und
Arbeitsweisen werden entwickelt, für die Behinderung einen spezifischen
Ausgangspunkt und Motor des künstlerischen Schaffens darstellt. Ziel
ist, das künstlerische Potenzial behinderter Menschen mit innovativen,
experimentellen Praxen einer überwiegend jungen Generation von Künstlern
zu verbinden. Im Crossover zwischen beiden Bereichen sollen neue Formen
der Zusammenarbeit initiiert werden, so dass neue Impulse für das Profil
professioneller Arbeit mit behinderten Künstlern gewonnen und für
die Diskussion über zukünftige Perspektiven dieser Arbeit zur
Verfügung gestellt werden. In den Laboren werden Arbeitssituationen
hergestellt, die eine Auseinandersetzung um Produktionsweisen, Inhalte und
ästhetische Entwicklungen in den verschiedenen Sparten der Kunst ermöglichen.
Zwischen 10 bis 15 professionelle Teilnehmer mit und ohne Beeinträchtigung
kommen für 14 Tage zusammen und arbeiten intensiv an einer künstlerischen
Fragestellung.
X_Labore ist ein Projekt von Kunstwerk e.V..
Idee
Nach der ersten erfolgreichen Staffel im Herbst 2007 mit 5 Laboren in 5
Kunstgattungen (Hörspiel, Bildende Kunst, Tanz, Performance, Musik)
steht im Zentrum der 2. Staffel die Begegnung von zwei Medien: Bildende
Kunst und Musik.
Die Künstler der beiden Genres stehen sich zu Beginn des Labors wie
zwei fremde Menschen im leeren Raum gegenüber. Nun gilt es zunächst
für jeden einzelnen sich im Raum zu positionieren und Spuren zu hinterlassen:
durch Arbeitsweise, Arbeitsutensilien und Werk. Durch dieses individuelle
Einnehmen des Raumes entsteht künstlerische Kommunikation und Interaktion.
Und damit befinden sich alle in einem Experimentierfeld, dass offen ist
für Schnittstellen und Wechselwirkungen.
Be there – or ...? versucht hier nun der Fragestellung nachzugehen,
inwiefern die Medien bildende Kunst und Musik gemeinsame Interfaces finden?
Wie kann die eine Disziplin nicht nur die Requisite der anderen sein? Der
„White Cube“ ist damit die gemeinsame Basis, die es zu ergattern
und gleichwohl zu sprengen gilt. Initiiert werden soll hierbei ein Durchdringen
und Ineinandergreifen von traditionellen, handwerklichen und medialen Techniken
aus Musik und bildender Kunst. Mit anderen Worten geht es in Be there –
or ...? um die Erprobung von medienübergreifenden Prozessen. Wie können
diese im Labor von Künstlern mit und ohne Assistenzbedarf initiiert
werden? Und letztendlich um die Frage, ob es ein „Darüberhinaus“
– ein vielschichtig bewegtes Gesamtkunstwerk gibt, in dem die zwei
Fremden zu einem „Couple“ werden.
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